(wieder) entdeckt!

13.08.2011. 12:09

Lange verschollen sind zwei große Skulpturen von Marlene Neubauer-Woerner jetzt wieder aufgetaucht

Zu Beginn meiner Suche meinte ich, an die entsprechenden Orte fahren zu müssen und selbst nach den verschollenen Werken zu fahnden. Bis ich entdeckte, dass viele Menschen so freundlich sind, meine Bitte um Auskunft nicht einfach zu ignorieren, sondern sich auf die Suche zu begeben und mir zu antworten. 

Ein schönes Beispiel: 1960 hatte meine Mutter einen gut drei Meter hohen Rübezahl aus Stein für eine Aussenstelle des Münchner Wasserwerkes in Dürnhaar geschaffen. Mehrmals fuhr ich zu diesem Areal, das aus Wasserschutzgründen hermetisch abgeriegelt ist durch einen Zaun. Man kann am Tor läuten, aber mir ist es nicht geglückt, dort jemals eine Menschenseele anzutreffen. Später fand ich dann heraus, dass die Stadtwerke so freundlich sind, auf Anfrage Fotogenehmigungen für Pressefotografen zu erteilen. Also stellte ich einen derartigen Antrag für den Rübezahl in Dürrnhaar, verschwieg als ehrlicher Mensch aber nicht, dass ich kein Pressemensch bin. Dennoch kam nach einigen Tagen eine höchst erfeuliche Nachricht von Herrn Unterrainer, der im hochinteressanten Wasserwerk bei Thalham (Nähe Miesbach) arbeitet. Die Stadtwerke führten dort Führungen durch, bei denen man lernen kann, wie und woher München sein Wasser bezieht. Der Rübezehl stehe seit 2006 dort im Betriebshof an der Reisachstraße und ich könne gerne kommen und ihn fotografieren. Gesagt getan. Der Rübezahl wurde liebevoll und fachgerecht gereinigt und sieht heute so aus:

Rübezahl Betriebshof SWM bei Thalham Thalham

Mein herzlicher Dank gilt Herrn Unterrainer, der mir nicht nur die Fotogelegenheit bot, sondern mir auch noch eine kleine Führung durch die Geheimnisse des Wasserwerkes schenkte. Hochinteressant und empfehlenswert für jeden interessierten Münchner. (Die Führungen finden zu festgelegten Terminen statt, die auf der Website www.swm.de in Erfahrung gebracht werden können.) Landschaftlich ist die Gegend sowieso ein Traum und lohnt jeden Ausflug dorthin!!

Der Fischer am Flughafen Neuburg

Ein zweites Beispiel für eine erfreuliche Wiederentdeckung ist diese Fischerfigur aus Bronze. Nach den Aufzeichnungen sollte er in der Pionierkaserne Neuburg stehen. Wie immer googelte ich mich erst mal quer durch Neuburg, fand aber nichts und schrieb das dortige Touristoffice an. Man antwortete mir sehr freundlich, dass es in Neuburg keine Pionierkaserne gäbe. Es sei in Neuburg jedoch ein Flughafen, an dem das Jagdgeschwader 74 stationiert sei. Auf Google Maps fand ich den Flughafen, aber meine Hoffnung, den Fischer dort ausfindig zu machen, erfüllte sich nicht. Nach einigen weiteren Versuchen, dem Fischer auf die Spur zu kommen, schrieb ich den Commodore des JG74 an mit meiner seltsam unmilitärischen Anfrage. Daraufhin rief mich der sehr freundliche Herr Schmitt aus dem Vorzimmer des Commodore an und berichtete mir, dass es den Fischer tatsächlich noch gebe. Man werde mir in den nächsten Tagen ein Fotos der Plastik schicken. Kurz darauf kamen einige Fotos des vermissten Fischers. Es gibt ihn also noch und so sieht er aus:

Fischerfigur am Flughafen Neuburg

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